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🎓 Bachelorseminar IKT

Seminar 5: Präsentationstechniken

Prof. Dr. Alexandra Mikityuk

HTW Berlin

Wintersemester 2025/26

📅 8. Dezember 2025

5-Stunden Workshop: Alles, was Sie für eine erfolgreiche Präsentation Ihrer Bachelorarbeit brauchen!

📋 Agenda für heute

Ihr Fahrplan zur perfekten Präsentation

1. Grundlagen der Präsentationstechnik

Warum sind Präsentationen wichtig? Die Psychologie des Publikums

2. Struktur & Aufbau

Die perfekte Gliederung für Ihre Bachelor-Verteidigung

3. Foliengestaltung & visuelle Kommunikation

Design-Prinzipien, Farben, Schriften und Visualisierungen

4. Körpersprache & Stimme

Non-verbale Kommunikation, Gestik, Blickkontakt und Stimmführung

5. Umgang mit Nervosität & Lampenfieber

Praktische Techniken zur Stressbewältigung

6. Die Fragerunde meistern

Souverän auf kritische Fragen antworten

🎯 Warum sind Präsentationen so wichtig?

Im akademischen Kontext

  • Verteidigung Ihrer Bachelorarbeit
  • Seminarpräsentationen
  • Projektergebnisse vorstellen
  • Exposé präsentieren

Im beruflichen Kontext

  • Vorstellungsgespräche
  • Projektpräsentationen
  • Stakeholder überzeugen
  • Technische Konzepte erklären

💡 Die beste Forschung ist wertlos, wenn Sie sie nicht kommunizieren können!

🎓 Die Bachelor-Verteidigung an der HTW

Was erwartet Sie?

📊 Rahmenbedingungen

  • Dauer: 20 Minuten Vortrag
  • Fragerunde: ca. 15-20 Minuten
  • Publikum: Prüfungskommission (2-3 Personen)
  • Ort: Präsenztermin an der HTW
  • Hilfsmittel: Beamer, eigener Laptop

🎯 Bewertungskriterien

  • Fachliche Kompetenz: Tiefes Verständnis
  • Präsentationsstil: Klarheit & Struktur
  • Visualisierung: Folienqualität
  • Zeitmanagement: Einhaltung der Zeit
  • Diskussion: Fragen souverän beantworten

Teil 1

📐 Struktur & Aufbau

Die Grundlage jeder erfolgreichen Präsentation

📊 Struktur einer Bachelor-Verteidigung

Phase Inhalt Zeit (bei 20 min)
1. Einstieg Begrüßung, Motivation, Überblick 2 min
2. Problemstellung Forschungsfrage, Relevanz, Zielsetzung 2-3 min
3. Methodik Vorgehensweise, verwendete Methoden 3-4 min
4. Ergebnisse Hauptergebnisse, Implementierung, Tests 7-8 min
5. Fazit Zusammenfassung, Ausblick, Limitationen 2-3 min

💡 Tipp: Planen Sie immer 2-3 Minuten Puffer ein! Lieber zu früh fertig als zu spät.

🚀 Der perfekte Einstieg

✓ Guter Einstieg

  • Hook: Interessante Statistik oder Frage
  • Kontext: Warum ist das Thema relevant?
  • Roadmap: Was erwartet die Prüfer?
  • Selbstsicher: Klare, ruhige Stimme

Beispiel:

"Jeden Tag werden 2.5 Quintillionen Bytes an Daten erzeugt. Wie können wir aus dieser Flut relevante Informationen extrahieren? In den nächsten 20 Minuten zeige ich Ihnen meinen Ansatz..."

✗ Schlechter Einstieg

  • "Ja, also, ähm..."
  • "Ich bin ein bisschen nervös..."
  • "Sorry für die Folien..."
  • Sofort ins Detail springen
  • Entschuldigungen jeder Art

💡 Tipp: Die ersten 30 Sekunden entscheiden über den ersten Eindruck!

🔍 Die Problemstellung klar formulieren

Diese Fragen muss Ihre Problemstellung beantworten:

WAS?

Was ist das Problem, das Sie lösen wollen?

"Es gibt keine effiziente Lösung für..."

WARUM?

Warum ist dieses Problem relevant?

"Das kostet Unternehmen jährlich..."

WIE?

Wie wollen Sie es lösen?

"Ich entwickle einen Algorithmus, der..."

💡 Regel: Wenn Sie die Problemstellung nicht in 2-3 Sätzen erklären können, ist sie zu komplex oder unklar!

📈 Ergebnisse überzeugend präsentieren

So präsentieren Sie Ergebnisse

  • Visualisieren: Diagramme statt Zahlenkolonnen
  • Vergleichen: Vorher/Nachher, mit Alternativen
  • Hervorheben: Die wichtigsten Erkenntnisse betonen
  • Ehrlich: Auch Limitationen erwähnen
  • Konkret: Beispiele und Demos zeigen

Typische Fehler

  • Zu viele Details auf einmal
  • Unleserliche Grafiken
  • Keine Interpretation der Zahlen
  • Ergebnisse ohne Kontext
  • Übertreibungen oder Beschönigungen

Merke: "Show, don't tell" - Eine gute Visualisierung sagt mehr als 1000 Worte!

🎯 Das perfekte Fazit

Die letzten Minuten entscheiden über den Gesamteindruck

1

Zusammenfassung

Wiederholen Sie die 3 wichtigsten Erkenntnisse Ihrer Arbeit

2

Beantwortung der Forschungsfrage

Haben Sie Ihre ursprüngliche Frage beantwortet? Wie?

3

Limitationen & Ausblick

Was sind die Grenzen? Wie könnte man weiterarbeiten?

4

Abschluss

"Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf Ihre Fragen."

Teil 2

🎨 Foliengestaltung

Design-Prinzipien für überzeugende Präsentationen

🎨 Foliengestaltung: Die Grundregeln

✓ Text & Struktur

  • Eine Botschaft pro Folie
  • Große Schrift (min. 24pt)
  • Stichpunkte statt Fließtext
  • Max. 6 Zeilen pro Folie
  • Konsistente Formatierung

✓ Visuals & Design

  • Hochwertige Grafiken verwenden
  • Kontrastreiche Farben wählen
  • Viel Weißraum lassen
  • Einheitliches Design
  • Animationen sparsam einsetzen

💡 Golden Rule: Ihre Folien unterstützen Ihren Vortrag – sie SIND nicht Ihr Vortrag!

🚫 Foliengestaltung: Häufige Fehler

✗ Text-Sünden

  • Ganze Sätze oder Absätze
  • Zu kleine Schrift (< 20pt)
  • Zu viel Text pro Folie
  • Ablesen vom Bildschirm
  • Verschiedene Schriftarten mischen

✗ Design-Sünden

  • Pixelige oder gestreckte Bilder
  • Zu viele verschiedene Farben
  • Überladene Folien
  • Übermäßige Animationen
  • Inkonsistentes Layout

Die 10-20-30 Regel (Guy Kawasaki)

10 Folien | 20 Minuten | 30pt Mindestschriftgröße

📊 Die richtige Visualisierung wählen

Was zeigen Sie? Geeignete Visualisierung Vermeiden
Vergleich Balkendiagramm, Säulendiagramm Kreisdiagramm bei vielen Kategorien
Entwicklung über Zeit Liniendiagramm Balkendiagramm
Anteile/Proportionen Kreisdiagramm (max. 5-6 Teile) 3D-Effekte
Beziehungen Streudiagramm, Flowchart Zu komplexe Diagramme
Prozesse Flowchart, Timeline Nur Text
Architektur/System Blockdiagramm, UML Zu viele Details auf einmal

🎨 Farben & Kontrast

Farbpsychologie

  • Blau: Vertrauen, Professionalität
  • Grün: Erfolg, Wachstum, Positiv
  • Rot: Wichtig, Warnung, Stopp
  • Orange: Energie, Aufmerksamkeit
  • Schwarz/Grau: Neutral, Elegant

Kontrast-Regeln

  • Hoher Kontrast: Dunkel auf Hell (oder umgekehrt)
  • Max. 3-4 Farben pro Präsentation
  • Konsistente Farbcodes für gleiche Bedeutungen
  • Farbenblindheit bedenken: Nicht nur Rot/Grün

💡 Tipp: Nutzen Sie die HTW-Farben (Grün, Pink) oder ein professionelles Farbschema. Weniger ist mehr!

Teil 3

🎤 Körpersprache & Stimme

Die non-verbale Kommunikation meistern

📊 Die 7-38-55 Regel (Mehrabian)

Wie werden wir wahrgenommen?

7%

Worte

Der Inhalt dessen, was wir sagen

38%

Stimme

Tonfall, Tempo, Lautstärke

55%

Körpersprache

Gestik, Mimik, Haltung

93% Ihrer Wirkung haben nichts mit dem Inhalt zu tun!

🧍 Körpersprache: Die Basics

✓ Positive Signale

  • Aufrechte Haltung: Schultern zurück, Kopf hoch
  • Offene Arme: Nicht verschränken
  • Blickkontakt: Alle Prüfer ansehen
  • Lächeln: Wirkt freundlich und kompetent
  • Ruhige Hände: Natürliche Gesten
  • Fester Stand: Schulterbreite

✗ Negative Signale

  • Verschränkte Arme (Abwehr)
  • Auf den Boden schauen
  • Hin und her laufen (Nervosität)
  • Mit Haaren/Stift spielen
  • Hände in den Taschen
  • Zum Bildschirm sprechen

👀 Blickkontakt richtig einsetzen

Die Technik des "verteilten Blickkontakts"

Bei der Verteidigung (3 Prüfer)

  • Schauen Sie jeden Prüfer mehrmals an
  • Ca. 3-5 Sekunden pro Person
  • Nicht starren – natürlich wechseln
  • Hauptbetreuer etwas öfter ansehen
  • Bei Fragen: Fragesteller direkt ansehen

Häufige Fehler

  • Nur eine Person anschauen
  • Zum Laptop/Notizen schauen
  • Über die Köpfe hinweg schauen
  • Ständig auf die Leinwand blicken
  • Zu kurzer/zu langer Blick

🎙️ Die Stimme als Werkzeug

🔊 Lautstärke

  • Laut genug für den ganzen Raum
  • Variieren für Betonung
  • Leiser = Spannung aufbauen
  • Lauter = Wichtiges betonen

⏱️ Tempo

  • Nicht zu schnell (Nervosität!)
  • Langsamer bei wichtigen Punkten
  • Pausen nutzen!
  • Zeit zum "Ankommen" lassen

🎵 Tonhöhe

  • Tiefere Stimme wirkt kompetent
  • Variation verhindert Monotonie
  • Satzende nicht hochgehen lassen
  • Keine "Frage-Intonation"

💡 Die goldene Pause: Eine Pause nach einem wichtigen Punkt lässt das Gesagte wirken. 2-3 Sekunden Stille ist okay!

Teil 4

😰 Nervosität & Lampenfieber

Strategien für einen souveränen Auftritt

💪 Nervosität ist NORMAL

Fakten über Lampenfieber

📊 Statistiken

  • 75% aller Menschen haben Redeangst
  • Auch Profis sind nervös!
  • Etwas Nervosität = bessere Performance
  • Das Publikum sieht es weniger als Sie denken

🧠 Die gute Nachricht

  • Nervosität = Ihr Körper bereitet sich vor
  • Adrenalin macht Sie wacher
  • Mit Übung wird es besser
  • Techniken helfen sofort!

Merke: Nervosität ist Energie – nutzen Sie sie!

🧘 Techniken gegen Nervosität

Vor der Präsentation

🫁 Atmung

4-7-8 Technik:
4 Sek. einatmen
7 Sek. halten
8 Sek. ausatmen
3x wiederholen

💪 Power Pose

2 Min. vorher:
Breitbeinig stehen
Arme in die Hüften
Kopf hoch
= Mehr Selbstvertrauen

🧠 Visualisierung

Stellen Sie sich vor:
Die Präsentation läuft gut
Die Prüfer nicken
Sie fühlen sich sicher
= Positive Erwartung

📝 Vorbereitung = Weniger Nervosität

Die ultimative Checkliste

✓ Inhaltliche Vorbereitung

  • Präsentation mind. 5x durchsprechen
  • Zeit stoppen (mit Puffer!)
  • Schwierige Stellen extra üben
  • Übergänge zwischen Folien einprägen
  • Erwartete Fragen vorbereiten
  • Vor Freunden/Familie üben

✓ Technische Vorbereitung

  • Laptop vorher testen
  • Backup auf USB-Stick
  • PDF-Version als Notfall
  • Presenter/Fernbedienung mitnehmen
  • Raum vorher besichtigen (wenn möglich)
  • Früh genug da sein (30 Min.)

Teil 5

❓ Die Fragerunde meistern

Souverän auf kritische Fragen antworten

❓ Die Fragerunde: Grundlagen

Was Prüfer wirklich wissen wollen

🎯 Typische Fragetypen

  • Verständnisfragen: "Warum haben Sie...?"
  • Methodenfragen: "Wie haben Sie...?"
  • Kritische Fragen: "Was, wenn...?"
  • Einordnungsfragen: "Wie steht das im Verhältnis zu...?"
  • Zukunftsfragen: "Wie könnte man das weiterentwickeln?"

✓ Prüfer möchten sehen

  • Tiefes Verständnis des Themas
  • Reflexion über Entscheidungen
  • Umgang mit Kritik
  • Wissenschaftliche Denkweise
  • Selbstkritische Bewertung

💬 Strategien für gute Antworten

1

Zuhören & verstehen

Lassen Sie den Prüfer ausreden. Notieren Sie sich ggf. die Frage.

2

Kurz nachdenken

2-3 Sekunden Pause sind völlig okay. "Das ist eine gute Frage..."

3

Strukturiert antworten

Kurz und prägnant. Nicht abschweifen. Auf den Punkt kommen.

4

Ehrlich sein

"Das habe ich nicht untersucht" ist besser als falsche Antworten.

😰 Umgang mit schwierigen Fragen

Wenn Sie die Antwort nicht wissen

  • Ehrlich zugeben: "Das habe ich nicht im Detail untersucht..."
  • Hypothese aufstellen: "Ich würde vermuten, dass..."
  • Brücke bauen: "Was ich sagen kann, ist..."
  • Zurückfragen: "Könnten Sie die Frage konkretisieren?"

Wenn die Frage kritisch ist

  • Nicht defensiv werden
  • Anerkennen: "Das ist ein berechtigter Punkt..."
  • Erklären: "Meine Entscheidung basierte auf..."
  • Limitation einräumen: "Das ist eine Einschränkung, ja..."

Nie: Ausreden machen, andere beschuldigen, wütend werden, endlos reden

📝 Fragen vorbereiten

Diese Fragen sollten Sie beantworten können:

🔬 Zur Methodik

  • Warum diese Methode und nicht eine andere?
  • Was sind die Vor-/Nachteile Ihres Ansatzes?
  • Wie haben Sie X gemessen/bewertet?
  • Was wären Alternativen gewesen?

📊 Zu den Ergebnissen

  • Was war das überraschendste Ergebnis?
  • Wie erklären Sie Abweichung X?
  • Was sind die Grenzen Ihrer Lösung?
  • Wie skaliert Ihre Lösung?

💡 Tipp: Bereiten Sie "Backup-Folien" vor für tiefere Fragen zu technischen Details!

🎯 Praktische Übung: Elevator Pitch

Ihre Bachelorarbeit in 60 Sekunden

Die Struktur:

  1. Problem: Was ist das Problem? (10 Sek.)
  2. Relevanz: Warum ist es wichtig? (10 Sek.)
  3. Lösung: Was haben Sie gemacht? (20 Sek.)
  4. Ergebnis: Was kam raus? (15 Sek.)
  5. Ausblick: Was bedeutet das? (5 Sek.)

Übung: Schreiben Sie jetzt Ihren Elevator Pitch!
(Sie haben 5 Minuten Zeit)

📚 Zusammenfassung: Die 10 goldenen Regeln

  1. Struktur: Klarer roter Faden
  2. Einstieg: Starker Hook
  3. Folien: Weniger ist mehr
  4. Visualisierung: Bilder > Text
  5. Zeit: Üben, üben, üben + Puffer
  1. Körpersprache: Offen & selbstsicher
  2. Stimme: Laut, langsam, Pausen
  3. Blickkontakt: Alle ansehen
  4. Nervosität: Atmen & akzeptieren
  5. Fragen: Ehrlich & strukturiert

✅ Checkliste für den Tag der Verteidigung

📦 Packliste

  • Laptop (geladen!)
  • Ladekabel
  • USB-Stick mit Backup
  • Presenter/Fernbedienung
  • Adapter (HDMI, USB-C)
  • Wasser
  • Notizen (nur zur Sicherheit)

⏰ Zeitplan

  • Gut schlafen (min. 7h)
  • Frühstück nicht vergessen
  • 30 Min. vor Termin da sein
  • Technik testen
  • Tief durchatmen
  • Lächeln!
  • Sie schaffen das!

📚 Weiterführende Ressourcen

📖 Bücher & Artikel

  • "Präsentieren" - Carmine Gallo
  • "Talk Like TED" - Carmine Gallo
  • "Slide:ology" - Nancy Duarte
  • "Resonate" - Nancy Duarte

🎥 Videos & Kurse

  • TED Talks - Inspiration
  • Toastmasters - Übungsgruppen
  • LinkedIn Learning - Kurse
  • YouTube: "Public Speaking Tips"

❓ Fragen & Diskussion

Haben Sie Fragen zu Ihrer Verteidigung?

Lassen Sie uns gemeinsam üben!

Praktische Übungen (wenn Zeit bleibt):

  • Elevator Pitch vorstellen
  • Spontane Fragerunde simulieren
  • Feedback von Kommilitonen

🎉 Vielen Dank!

Viel Erfolg bei Ihrer Verteidigung!

Sie haben das Wissen, Sie haben geübt – Sie schaffen das!

Kontakt

Prof. Dr. Alexandra Mikityuk
HTW Berlin
📧 Bei Fragen: Moodle oder Sprechstunde

💡 Denken Sie daran:
Niemand kennt Ihre Arbeit besser als Sie selbst!

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